Was ist die Entwicklungsdokumentation?
Übersicht
Mit der Entwicklungsdokumentation wird festgehalten, wie sich ein Kind entwickelt: was es schon kann, was es gerade lernt und wie sich das über die Zeit verändert. Dafür werden Bögen ausgefüllt, die die Kita selbst zusammenstellt. Aus jedem Bogen entsteht eine Auswertung, die sich als PDF herunterladen lässt, zum Beispiel für ein Elterngespräch.
Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Begriffe und zeigt, womit man anfängt. Die einzelnen Handgriffe stehen in eigenen Artikeln, die unten verlinkt sind.
Wo die Entwicklungsdokumentation zu finden ist
Die Entwicklungsdokumentation gibt es nur im Kita-Konto. Eltern-App und Team-App zeigen sie nicht.
- In der oberen Leiste auf das Symbol Stammdaten klicken und im Menü Kinder wählen.
- In der Zeile des Kindes auf Anzeigen klicken.
- In der Reiterleiste unter dem Namen des Kindes auf Entwicklung klicken.

Der Reiter Entwicklung erscheint nur, wenn die eigene Benutzergruppe das passende Recht hat (siehe Rechte, Einstellungen und Hilfe bei Problemen). Auf dem Telefon fehlt er. Für die Entwicklungsdokumentation wird deshalb ein Tablet oder ein Computer gebraucht.
Die wichtigsten Begriffe
| Begriff | Was damit gemeint ist |
|---|---|
| Vorlage | Das Muster für einen Bogen. Die Vorlage legt fest, was beobachtet wird und wie geantwortet wird. Die Kita legt ihre Vorlagen selbst an, meist macht das die Leitung. Eine Vorlage gilt für die ganze Einrichtung. |
| Bogen | Eine ausgefüllte Vorlage für ein bestimmtes Kind. Aus einer Vorlage entstehen viele Bögen, zum Beispiel einer je Kind und Halbjahr. Im Kita-Konto heißt das Anlegen eines Bogens Neue Beobachtung. |
| Abschnitt | Ein Teil eines Bogens mit einer Überschrift, zum Beispiel „Sprache" oder „Motorik". Ein Abschnitt kann weiter in Unterabschnitte geteilt sein, etwa nach Altersstufen. |
| Aussage | Ein einzelner Punkt, zu dem eine Antwort gegeben wird, zum Beispiel „Zieht sich selbstständig die Jacke an." |
| Skala | Eine feste Reihe von Antwortstufen, zum Beispiel „nie, manchmal, oft, immer". Bei einer Aussage mit Skala wird eine der Stufen angeklickt. |
Neben der Skala gibt es weitere Antwortmöglichkeiten, zum Beispiel Meilenstein (Erreicht, Teilweise oder Offen), Ja / Nein, eine Auswahl aus einer Liste, ein Datum, eine Zahl oder freien Text. Welche Antwortmöglichkeit zu einer Aussage gehört, steht in der Vorlage.
Die drei Arten von Bögen
Jede Vorlage hat eine von drei Arten. Die Art bestimmt, wie lange ein Bogen läuft und wie er geführt wird.
Momentaufnahme
Eine Momentaufnahme hält fest, wo ein Kind in einem bestimmten Zeitraum steht. Sie hat einen Beginn und ein Ende. Ist sie fertig ausgefüllt, wird sie abgeschlossen.
Beispiel: Die Kita Sonnenschein füllt für jedes Kind zweimal im Jahr den „Halbjahresbogen" aus, jeweils für die letzten sechs Monate. Nach dem zweiten Halbjahr zeigt die Auswertung, wie sich das Kind zwischen den beiden Bögen entwickelt hat.
Passt, wenn in regelmäßigen Abständen ein Stand festgehalten und verglichen werden soll.
Fortlaufend
Ein fortlaufender Bogen hat keinen festen Zeitraum. Er bleibt offen und wird immer dann ergänzt, wenn etwas Neues beobachtet wird. Ändert sich eine Antwort, bleibt die frühere im Verlauf sichtbar. Je Kind und Vorlage ist immer nur ein fortlaufender Bogen offen.
Beispiel: Im Bogen „Meilensteine Selbstständigkeit" wird eingetragen, an welchem Tag Maria sich zum ersten Mal allein die Schuhe angezogen hat. Ein paar Wochen später kommt der nächste Meilenstein dazu.
Passt, wenn über lange Zeit festgehalten werden soll, wann ein Kind etwas erreicht hat.
Protokoll
Ein Protokoll sammelt einzelne, datierte Einträge, die alle nach demselben Schema ausgefüllt werden. Auch ein Protokoll hat keinen festen Zeitraum, und je Kind und Vorlage ist nur eines offen.
Beispiel: Bei jeder „Beobachtung im Freispiel" wird ein neuer Eintrag mit Datum angelegt: womit hat das Kind gespielt, wie stark war es beteiligt, was ist aufgefallen.
Passt, wenn immer wieder dieselbe Art von Situation beobachtet wird und jede Beobachtung für sich stehen soll.
Kurz zusammengefasst
| Art | Zeitraum | Wird beendet durch | Typisches Beispiel |
|---|---|---|---|
| Momentaufnahme | fest, mit Beginn und Ende | Abschließen | Halbjahresbogen |
| Fortlaufend | offen | Bogen beenden | Meilensteine |
| Protokoll | offen, einzelne Einträge | Bogen beenden | Beobachtung im Freispiel |
Im Fenster Neue Beobachtung steht zu jeder Art noch einmal ein erklärender Satz, zum Beispiel „Eine Momentaufnahme gilt für einen Zeitraum und lässt sich am Ende abschließen."

Die Auswertung
Zu jedem Bogen gehört eine Auswertung. Welche es ist, legt die Vorlage fest:
| Auswertung | Was sie zeigt |
|---|---|
| Profil und Verlauf | Je Abschnitt einen Balken mit dem erreichten Anteil. Bei Momentaufnahmen kommt ab zwei abgeschlossenen Bögen ein Diagramm über die Zeit dazu. |
| Meilenstein-Übersicht | Je Abschnitt, welche Meilensteine Erreicht, Teilweise oder Offen sind, mit Datum und dem Alter des Kindes an diesem Tag. |
| Stufenübersicht | Für Bögen mit Bereichen und Altersstufen: welche Stufe ein Kind in jedem Bereich erreicht hat, als Tabelle oder als Kreis. |
| Dokumentation | Alle Antworten und Texte des Bogens der Reihe nach. Protokolle werden immer so ausgewertet. |
Die Auswertung misst das Kind an den Punkten der eigenen Vorlage. Sie ist kein Test mit Vergleichswerten. Deshalb steht in jeder Auswertung der Satz „Diese Auswertung bildet die eigenen Kriterien der Einrichtung ab und ist kein normiertes Testverfahren."
Wie die Auswertung gelesen und als PDF erstellt wird, steht in Die Auswertung lesen und als PDF erstellen.
Abgrenzung zu Tagebuch und Sammelmappe
Am Kind stehen drei Reiter nebeneinander, die leicht verwechselt werden:
| Reiter | Wofür |
|---|---|
| Entwicklung | Bögen nach einer Vorlage der Kita, mit festen Antwortmöglichkeiten und einer Auswertung. |
| Sammelmappe | Freie Einträge mit Text, Fotos und Dateien, nach Kategorien sortiert, auch als frei gestaltete Seite. |
| Tagebuch | Datierte Notizen zu einem oder mehreren Kindern. |
Faustregel: Soll festgehalten werden, ob und wann ein Kind etwas kann, und soll das später verglichen werden, gehört es in einen Bogen im Reiter Entwicklung. Fotos, Lerngeschichten und frei gestaltete Seiten gehören in die Sammelmappe.
So fängt man an
Die Entwicklungsdokumentation wird in zwei Schritten eingeführt: Zuerst richtet die Leitung alles ein, danach beobachtet das Team.
Für die Leitung
- Den Benutzergruppen die passenden Rechte geben. Ohne diese Rechte sieht niemand den Reiter Entwicklung: Rechte, Einstellungen und Hilfe bei Problemen
- Eine Vorlage zusammenstellen: Eine eigene Vorlage zusammenstellen
- Die Vorlage aktivieren. Erst dann kann das Team sie auswählen: Vorlagen pflegen: aktivieren, neue Fassung, duplizieren, archivieren
Für das Team
- Am Kind einen Bogen anlegen und ausfüllen: Eine Beobachtung anlegen und ausfüllen
- Fortlaufende Bögen und Protokolle weiterführen: Fortlaufende Bögen und Protokolle führen
- Den Bogen abschließen oder beenden: Einen Bogen abschließen, wieder öffnen oder löschen
- Die Auswertung ansehen und als PDF herunterladen: Die Auswertung lesen und als PDF erstellen
Gibt es noch keine aktive Vorlage, steht beim Anlegen eines Bogens „Es ist noch keine aktive Vorlage vorhanden." Dann fehlt Schritt 3 der Leitung.
Hinweise
- Eigene Vorlagen: Was in einer Vorlage steht, entscheidet die Kita. Kindy bietet im Vorlagen-Editor fertige Bausteine als Vorschlag an, die sich nach dem Einfügen frei ändern lassen.
- Vorlagen ändern sich, Bögen nicht: Ein Bogen behält den Stand der Vorlage, mit dem er angelegt wurde. Spätere Änderungen an der Vorlage gelten nur für neue Bögen.
- Keine Vergleichswerte: Prozentwerte, Stufen und Meilensteine beziehen sich nur auf die Vorlage der eigenen Kita. Sie lassen sich nicht mit anderen Einrichtungen vergleichen.